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Traumamanagement

Verfasst: Do 23. Apr 2009, 22:01
von A.T.
Hallo zusammen!

Da an verschiedenen Stellen bereits mehrfach die Stagnation der Beiträge in diesem Forum beklagt wurde, will ich versuchen dies zu ändern indem ich ein paar fachliche Themen zur Diskussion stelle und möchte mit einem meiner Lieblings-Themen beginnen.

Im Bereich des präklinischen Traumamanagements hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Aus der Notwendigkeit einer schnellen Versorgung von schwerstverletzten bzw. polytraumatisierten Patienten am Unfallort und dem daraus resultierenden zügigen Transport in die Klinik, haben sich verschiedene Konzepte und Algorithmen etabliert, die eine Hilfestellung dabei sein sollen lebensbedrohliche Verletzungen schnell zu erkennen, diesen dementsprechende Behandlungsprioritäten einzuräumen und vor allem keine Verletzung unerkannt bleiben zu lassen. Egal ob ITLS Germany (International Trauma Life Support), PHTLS (Prehospital Trauma Life Support) der NAEMT (National Association of Emergency Medical Technicians) oder EPTLS (European Prehospital Trauma Life Support) von incentiveMed - allen gemeinsam ist das Ziel den Patienten innerhalb der "Golden Hour of Shock" einer definitiven operativen Versorgung zuzuführen.

Nachdem diese Algorithmen vor allem in Ländern mit Paramedic-zentriertem EMS-System seit vielen Jahren Standard sind, setzen sich diese nun zunehmend auch im mitteleuropäischen Raum durch - was nicht zuletzt auch daran zu erkennen ist dass entsprechende Kurse mittlerweile auch in Deutschland von vielen Rettungsdienst-Schulen angeboten werden - an denen auch bereits hauptamtliche Kollegen des Rettungsdienst Deggendorf teilgenommen haben.

Wie ist eure Meinung zu den Kursen?
Wie fandet ihr die Ausbildung?
Findet ihr die Konzepte für das Traumamanagement generell sinnvoll?
Welche Algorithmen habt ihr in eurer schulischen und/oder praktischen Ausbildung kennengelernt?
Arbeitet ihr nach einem dieser Algorithmen? Wenn ja – nach welchem?
Was findet ihr an den bestehenden Algorithmen verbesserungswürdig?
Würdet ihr gerne an einem Lehrgang und einer damit verbundenen Zertifizierung durch einer der Fachgesellschaften teilnehmen wollen?
Würdet ihr es gut finden wenn entsprechendes Equipment wie Spineboard o. ä. auch in eurem Rettungsdienst-Bereich vorgehalten werden würde?

Ich selbst habe während meiner Rettungsassistenten-Ausbildung das Traumamanagement gemäß dem PHTLS-Algorithmus kennengelernt und eine gewisse Zeit damit gearbeitet. Um einen Vergleich anstellen zu können habe ich an einem ITLS-Advanced-Provider-Lehrgang von ITLS Germany bei den Maltesern in Aachen teilgenommen und musste feststellen dass mir dieser Algorithmus besser gefällt.

Die Kurse von ITLS Germany sind sehr standardisiert und orientieren sich streng an den jeweiligen Lehraussagen der Fachgesellschaft, welche alle auf langjährige Studien mit hohem Evidenzgrad beruhen. Der Algorithmus selbst konzentriert sich darauf die Vitalfunktionen zu erhalten, sowie auf eine schnelle Ganzkörper-Immobilisation, wobei auch hier – wie bei allen anderen Konzepten – die frühestmögliche Immobilisation der HWS im Vordergrund steht.. Maßnahmen wie Anlage von venösen Zugängen und Volumentherapie werden – wenn überhaupt – während dem Transport durchgeführt, was gegenüber dem PHTLS-Algorithmus einen weiteren Zeitvorteil bringt.

Weitere Informationen zu den Fachgesellschaften und den Kursen gibt es im Internet unter den folgenden Links:

http://www.phtls-online.de (PHTLS Deutschland)
http://www.itrauma.de (ITLS Germany)
http://www.incentivemed.de (Incentive Med)

Ich hoffe auf viele Beiträge zu diesem Thema!

Viele Grüße aus Heidelberg
A.T.

Verfasst: Do 23. Apr 2009, 22:01
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